Chocolate Chip Cookies

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Wir haben lange nach dem perfekten Cookie-Rezept gesucht und alle möglichen ausprobiert. Schokoladig sollten sie sein, außen knusprig, aber innen weich. Traditionell, aber nicht langweilig. Letztlich sind wir bei einem Rezept gelandet, das keine Nüsse verwendet, aber dafür Unmengen von einer Sorte Schokolade. Der Teig ist eigentlich nur dazu da, um die Schokolade zusammen zu halten. Wir haben immer Zartbitterschokolade mit 60% Kakao (der Marke Lacoa) verwendet. Die Hartgesottenen unter Euch können aber auch Schokolade mit einem höheren Kakaoanteil verwenden.

Kleiner Exkurs zu Vanilla Extract:
In amerikanischen Rezepten findet sich sehr häufig die Zutat „vanilla extract“. Aber was genau muss man sich darunter vorstellen? Eins schon vorab: Nein, es entspricht absolut überhaupt nicht dem deutschen Vanille-Aroma, das es in kleinen Fläschchen in jedem Supermarkt zu kaufen gibt, und das niemals eine echte Vanilleschote gesehen hat.
Also: Vanilla Extract in Bestform sind Vanilleschoten, die ewig (mindestens ein halbes Jahr) in Alkohol eingelegt wurden, dazu eignet sich zB bestens Rum. Nach einem halben Jahr entnimmt man dann also die Schoten und voilà: Was übrig bleibt ist Vanilla Extract. Man kann übrigens auch Vodka dazu nehmen. Das habe ich auch schon für den Hausgebrauch selbst gemacht, und ich kann jedem nur dazu raten. Es schmeckt zu allem. Auch pur. Oder über Vanilleeis. Im Leib & Siegel haben wir Vanilla Extract aber meist so ersetzt: Eine Prise echte Vanille (gibt’s in den meisten Biomärkten, leider sündhaft teuer, weil die Ernten in letzter Zeit sehr schlecht waren) und dazu einen guten Schuss, oder auch zwei gute Schüsse, Rum in den Teig. Und nein, es geht nicht, dass man einfach nur Vanille ohne Rum in den Teig macht. Der Rum hat nämlich eine wissenschaftliche Daseinsberechtigung. Wenn in einem eher mürben Teig eine Flüssigkeit, am besten Alkohol, mit drin ist, dann verdunstet dieser Alkohol während der Teig bäckt. Das hinterlässt dann kleine feuchte Kammern im Teig. Das bezeichnet der Amerikaner dann als „flaky“, und ich würde sagen es ist schlicht köstlich. Wörtlich übersetzt wäre es aber wohl eher so etwas wie blättrig. Das klingt aber nicht so gut und deswegen sollte es jeder einfach selbst ausprobieren, um sich den Geschmack zukünftig auch ohne passendes Wort direkt vorstellen zu können.

Zutaten:
280g Butter (Zimmertemperatur)
240g brauner Zucker (am besten brauner Rohrohrzucker)
225g weißer Zucker (am besten heller Rohrohrzucker)
2 Eier (Größe L, wenn Ihr nur kleinere habt, dann nehmt 3!)
1-2cl Vanilla Extract (siehe oben)
1 1/4 gehäufte Teelöffel Natron
1 1/2 gehäufte Teelöffel Backpulver
1 1/2 Teelöffel grobes Meersalz
445g Mehl (Weizen, 405)
565g Bitterschokolade, grob zerhackt (jedes Rippchen noch einmal teilen reicht)

Zubereitung:
Butter und beide Zucker cremig zusammenrühren, ca. 3-4 Minuten. 1 Ei nach dem anderen zufügen und unterrühren, bis eine schaumige, helle Masse entsteht. Vanilla Extract zufügen und nochmals verrühren. Wenn Ihr mit einer Küchenmaschine arbeitet, dann sollte an diesem Punkt der Teig einmal von den Schüsselwänden heruntergestrichen werden. Natron, Backpulver und Salz zufügen und ebenfalls unterrühren. Mehl darüberstreuen und in kurzen Intervallen unterrühren, bis das Mehl nicht mehr zu sehen ist. Nicht länger als nötig rühren!
Ofen auf 175° Celsius vorheizen. Nun Kugeln formen à ca. 80g und diese in den Kühlschrank legen. Der Teig sollte bevor er gebacken wird nochmals für einige Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank. Man kann die Kugeln auch nach dieser Ruhezeit formen, allerdings ist der Teig dann recht hart, was das ganze etwas schwieriger macht.
Schließlich die gut gekühlten Kugeln mit gutem Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backbleck setzen und 12-17 Minuten backen. Sie sind fertig, wenn sie eine goldene Farbe angenommen haben und nur an den Seiten leicht braun werden. Die Cookies gut abkühlen lassen.

Wenn der Teig einmal gemacht ist, kann man die schon geformten Kugeln auch einfrieren. Direkt aus dem Gefrierfach brauchen die Cookies dann 1-2 Minuten länger im Ofen. So hat man immer etwas in petto, wenn unangekündigt Gäste kommen, oder wenn man einfach Lust auf Cookies hat.

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